Als ich Anfang November 2009 mit Denver zum Reitstall Beckmann kam und mit Evas Training begann, besaß ich Denver schon 5 Jahre und selber ritt ich regelmäßig schon über 8 Jahre an einem Westernstall.

- ICH DACHTE - ich würde reiten ............

Was mich dann ab der ersten Unterrichtsstunde erwartete war die pure Überraschung, vermischt mit Schock, Frust, Wut aber auch dann mit ganz vielen positiven Gefühlen.

Was hatte ich die ganzen Jahre getan? Alles, aber nur nicht reiten !!!

Denver und ich konnten vorwärts reiten, ja, das konnten wir. Aber mehr auch nicht.
Was ich machte war „rumjöckeln“. Anders konnte man meinen Reitstiel nicht bezeichnen. Denver war, wie auch seine alten Kumpel, überhaupt nicht gymnastiziert, er war unbeweglich, unausbalanciert, steif und latschte unmotiviert auf der Vorhand rum.
Evas erste Worte über mein Pferd waren: „Dein Pony ist zu fett!!!“
Und das war! er auch. Heute hat er schon einiges abgenommen und hat eine richtig tolle sportliche Figur.
Eva fing erst mal damit an, Denver überhaupt von seiner Faulheit und Lustlosigkeit wegzubekommen. Jeden Schritt musste ich früher raus treiben, heute genügt es die Schenken anzulegen und Denver wird schneller. Sein Grundtempo an sich hat sich erhöht.
Aufgrund von privaten Umständen übergab ich dann im November mein Pony an Alessa, die Tochter von Eva, als Berittpferd. Sie nahm sich Denver zweimal die Woche vor und schon nach ein paar Trainingsstunden erkannte ich mein Pferd nicht wieder. Denver hat wieder richtig Lust ans Arbeiten bekommen. Er wurde immer beweglicher, dadurch motivierter und setzt die neue Reitweise hervorragend um. Wenn man Denver frei auf der Weide laufen sieht, dann erkennt man wie viel Spaß er an seiner neuen Beweglichkeit bekommen hat. Selbst da, ohne Reiter, läuft er mit gewölbten Rücken und selbsttragend. Er ist ein ganz anderes Pferd geworden.
Mein Unterricht mit Eva wird parallel mit dem Beritt von Alessa umgesetzt, so dass Denver und ich immer das Gleiche lernen. Wobei ich sagen muss, dass Denver alles viel besser und schneller umsetzt als ich. Oft war ich frustriert, weil vieles von dem, was ich 8 Jahre „gesagt“ bekommen hatte, nun nicht mehr angesagt war und ich fühlte mich oft auch überfordert als wenn ein Kindergartenkind direkt aus Gymnasium müsste. Aber Eva mit ihrer geduldigen, freundlichen Art, wusste bzw. weiß immer wieder, wie sie diesen Knoten in meinem Kopf lösen kann. Auch wenn ich mich noch so blöde anstelle, Eva ist niemals ärgerlich, wirkt nie genervt oder vermittelt das Gefühl, dass man nichts kann. Rumschreien, wie man es oft von Trainern kennt ist überhaupt nicht ihr Ding. Im Gegenteil, desto weniger klappt, umso geduldiger wird Eva und sucht gemeinsam mit Pferd und Reiter nach Lösungswegen. Das was Denver und ich bis heute, nach einem halben Jahr Training mit Eva und Alessa, schon erreicht haben ist unbeschreiblich. Denver läuft schön versammelt und benutzt die Hinterhand, - in jeder Gangart - . Seitengänge, Travers, Hinterhand- und Vorhandwendungen (ohne Bandenanlehnung!), zügiges Rückwärtstreten, sind keine Themen mehr. Er reagiert auf die Schenkel und lässt sich auch ohne „am Zügel zu ziehen“ nur mit Schenkeldruck, durch die Bahn lenken. Mein Sitz hat sich merklich verbessert, ich bin ruhiger geworden und „hantiere“ nicht mehr so wild mit dem Zügel rum. Zur Zeit arbeiten wir daran, dass ich ein besseres Auge und Handling für die Schulterkontrolle bekomme. – Schulterkontrolle auch so ein Ausdruck, der mir, bis zum Zusammentreffen mit Eva nicht geläufig war und doch so wichtig ist. Alessa arbeitet bei Denver gerade an den Übergängen und fragt Gelerntes immer wieder ab und festigt dieses.

Die Bodenarbeit, die ich auch immer wieder in Zusammenarbeit mit Eva mache, zeigt absolute Erfolge und Zikuslektionen wie z.B. im Moment das Kompliment üben, machen Denver und mir gehörigen Spaß.

Alles in allem bin ich heilfroh, dass ich auf so eine Trainerin gestoßen bin, die mich und vor allen Dingen mein Pferd versteht und alles versucht, dass auch Denver und ich uns gegenseitig verstehen. Und dazu auch noch menschlich große Klasse ist.
Ohne Eva und natürlich auch Alessa würde ich immer noch mit Denver durch die Gegend „jöckeln“ und denken – ich reite -.

Ganz vielen Dank euch Beiden und ich hoffe auf weiterhin gute Zusammenarbeit. Denn meine Ziel: das Denver und ich mal eine „Einheit“ ergeben und ich meine Pony gesund (vielleicht mal ohne Kopfstück) reiten kann, werde ich nur mit euch erreichen.


Mai 2010

 

 

 

2010