Als ich vor einigen Jahren überlegte Ino, einen 10jährigen Welsh Cob-Wallach, zu kaufen, hatte ich genug Erfahrung sein Potential zu erkennen, aber offensichtlich zu wenig Erfahrung, um damit umgehen zu können.
Seine Dominanz, sein starker Vorwärtsdrang und große Sensibilität machten ihn zu einem doch recht komplizierten Pferd. Hier ein Biss, dort ein paar heftige Buckler, also es war doch immer recht spannend mit ihm umzugehen. Dazu muss man sagen dass er ein durchaus lieber Kerl ist, aber es fehlte ihm einfach eine klare Führung, die hatte halt er übernommen.
Auf dem Platz eilte er unter dem Reiter aufgerollt weg, dass Anlegen des Schenkels ging gar nicht.
Häufig entlud sich dann seine Anspannung in ziemlich hohen Bocksprüngen. Ich fand eine Trainerin, erst wurde es besser mit uns, dann - na ja - wurde es nicht wirklich weiter besser, und sie riet mir durch die Blume zum Verkauf. Inzwischen hatte ich mich zumindest im Gelände mit Ino zusammengerauft. Für mich stand fest der Dressurreiterei Adieu zu sagen. Und der Trainerin gleich mit.
Glücklicherweise war meine Reitbeteiligung Anja so hartnäckig immer mal wieder ihre Erfahrungen mit Eva anzubringen. Sie hatte mit einem anderen Pferd ihren Unterrichtsstil kennenlernen dürfen und meinte, sie wäre bestimmt die Richtige für Ino und uns. So kam Eva dann glücklicherweise und ist nicht gleich wieder gegangen, ganz schön tapferEmoji.  So trainieren wir jetzt auf einem 15 mal 15 Meter großen Außenplatz, Sommer wie Winter sofern möglich, oft sehr unregelmäßig da meine Arbeit und Anjas Studium uns oft die Zeit fürs Trainieren rauben. Trotzdem machen wir große Fortschritte. Der einst spannige, sofort nassgeschwitzte Ino dreht zufrieden seine Runden, nimmt das Gebiss an, lässt sich treiben, wächst über sich hinaus, und macht einfach alles, mit Evas Unterricht bekommt man das Gefühl, er könnte alles lernen, soviele Überraschungen haben uns die Stunden gebracht, soviel Spaß an einem zufriedenen Pferd das jetzt so gerne mitarbeitet. Spannend ist, welche Wege Eva geht um Probleme zu lösen. Keine Stunde ist wie die andere und immer wieder frage ich mich, wo nimmt sie diese Ideen her? Sie lässt an ihrem großen Wissen teilhaben und den Reiter Fühlen lernen.
Ein besonderes Erlebnis war ein Lehrgang mit Manuel Jorge de Oliviera in Mettmann. Während seines Unterrichts hat er eigentlich alles das abgefragt, was Eva mit uns erarbeitet hat, alle Seitengänge, Übergänge, und Ino hat so toll mitgearbeitet und wir haben ganz viel Lob vom Meister bekommen. Eine großartige Bestätigung unserer bisherigen Arbeit. Ich hoffe sehr, diese Zusammenarbeit bleibt noch viele, viele Jahre so bestehen!
DANKE! Christel


Juli 2015

2014

2015