Als ich im Mai 2009 Flower als Reitbeteiligung bekam, hatte ich keine Lust mehr auf Dressur. In meinen Augen konnte ich die grundlegenden Dinge sowieso alle supergut, außerdem hatte ich mehr Lust auf ausgiebige Wald- und Wiesenritte durch das Gelände. In Flower habe ich dafür das perfekte Pferd gefunden. Sie ist flott, robust und mutig. Manchmal auch etwas nervenaufreibend, aber dadurch wird es nie langweilig. Als der Herbst kam und Ausritte an verregneten Tagen nicht immer eine Option waren, musste ich mich notgedrungenen damit zufrieden geben in der Halle zu reiten. Reiten kann man das eigentlich gar nicht richtig nennen. Während Flower und ich im Gelände ein recht gutes Team abgaben, waren wir in der Bahn ziemlich unharmonisch.Ich habe sie überhaupt nicht verstanden, mich nicht getraut sie vorne anzufassen und verlor daher bald die Lust daran mit ihr zu arbeiten.Wie unter "Trainingspferde" beschrieben, ist Flower ziemlich aktiv und muss zum Schritt überredet werden. An Schritt war bei uns nicht zu denken. Das Ganze ging bis Frühjahr/Sommer 2010. Flowers Besitzerin Sonja nimmt schon 'immer', seit sie Flower hat, Unterricht bei Eva. Irgendwann konnte Sonja einen Termin mit Eva spontan nicht wahrnehmen und schickte mich zu ihrer Reitstunde. Obwohl sie von mir nie ausdrücklich verlangte Unterricht zu nehmen, bin ich ihr dafür heute sehr dankbar. Vielleicht war es ein kleiner, unbewusster Wink mit dem Zaunpfahl.In meiner 1. Stunde mit Eva und Flower hatte ich ein Erfolgserlebnis nach dem anderen. Eva hatte die ganze Stunde damit zugebracht, grobe 'Kommunikationsschwierigkeiten' zwischen Flower und mir aufzuheben. Mir gelang es auf Anhieb besser, Flower zu verstehen und überlegter und angemessener auf sie zu reagieren. Sehr skurril erschien mir allerdings zu Anfang Evas immer wieder auftauchende Frage "Fühlst du das?". Ich dachte ich sei bekloppt und habe überhaupt nicht verstanden was ich in dem Moment fühlen soll bzw. überhaupt fühlen könnte. So langsam wird mir allmählich klar, was ich auf dem Pferd alles spüren und fühlen kann. Nun verstehe ich auch das ""Ja" und "Nein" sagen" Prinzip von Eva. Ich habe - wenigstens in der Theorie - gelernt mich durchzusetzen und konsequent zu arbeiten. Auch wenn Flower (und ich) mal schlechtere Tage hat. Der Schritt klappt mittlerweile richtig gut! Ich habe gelernt, wie ich die Zügel bei Flower anzufassen, aber auch nachzugeben, zu habe. Besonders schön finde ich, dass Eva in ihren Unterricht immer wieder Elemente einbringt, die man prima alleine üben kann und sie immer wieder 'in Vergessenheit geratene' Lektionen in Erinnerung ruft. So bleiben die Stunden immer abwechslungsreich und sind geprägt von Erfolgserlebnissen.

 

August 2010

 

 

 

2010