Longieren

Die wichtigsten Fragen zu diesem Thema sind sicherlich:


Was ist Sinn und Zweck des Longierens?

      Was will ich mit der Arbeit erreichen?

Mit welchen Hilfsmitteln kann ich mein Ziel beim Longieren erreichen?

 

Nicht umsonst gibt es ein Longierabzeichen!

 

Das Wissen ums Longieren ist sehr vielseitig. Es fängt an mit der Ausrüstung für den Menschen, geht über die Ausrüstung am Pferd und endet mit dem Erkennen können einer Verbesserung des Trainingszustandes des Pferdes.

 

Handschuhe, Longe und Longierpeitsche sind die Grundausrüstung desjenigen, der sein Pferd longieren möche. 

Schon das Aufnehmen der Longe obliegt einer bestimmten Technik, die man beherzigen sollte um die Risiken (z.B. sich inder Longe zu verheddern und vom Pferd über den Platz geschliffen zu werden) weitestgehend auszuschalten. 

 


 

 

Die Ausrüstung, die wir am Pferd verwenden wollen, hängt davon ab ob das Pferd vorwärts abwärts oder vorwärts aufwärts gearbeitet werden soll. Möchte ich Entspannung und Lockerheit in mein Pferd trainieren oder Spannkraft und Schwung.

 

Je nach gewünschten Trainingseffekt sollte man sich für einen entsprechenden Ausbindezügel entscheiden. Ein Pferd, dass permanent mit zu hoher Aufrichtung läuft sollte sicherlich erst einmal vorwärts abwärts gearbeitet werden. Ein Pferd welches mit seinem Kopf zu tief unten und überwiegend auf der Vorhand läuft ist mit einem vorwärts aufwärts arbeitenden Hilfszügel besser ausgestattet.

 

Hier alle Arten der Hilfszügel zu beschreiben sprengt den Rahmen. Dafür gibt es auch zahlreiche Fachliteratur. Diese sollte man sich auf jeden Fall gut durchlesen und verstehen oder sich an einen entsprechenden Trainer wenden, denn man kann vieles falsch machen.

 

Longieren, wenn man es nicht als reines "Laufen lassen" des Pferdes betrachtet, sondern als gleichwertige Arbeit zu der unter dem Sattel,  ist sehr komplex. 

 

Zu erkennen wie ich meinem Pferd mit Longenarbeit helfen kann, die richtigen Hilfsmittel zu wählen und dann das Training effektiv aufzubauen ist nicht so einfach wie es von aussen manchmal aussieht. Das Pferd in der Doppellonge zu arbeiten wenn es noch nicht einmal an der einfachen Longe ordentlich arbeitet macht genauso wenig Sinn wie das Pferd auszubinden wenn es schon unausgebunden nicht so richtig weiß was des da an der "langen Leine" machen  soll.

 

Ein, ohne Ausbinder, im entspannten Zustand an der Longe arbeitendes Pferd ist für uns die Grundvoraussetzung bevor wir ans Ausbinden denken. Es muss sowohl meine Körpersprache, als auch meine Stimme verstehen und ruhig annehmen. Einem hektischen, an der Longe rennenden Pferd, das auch noch versucht mich über den Platz zu ziehen mit Ausbinden entgegenzutreten ist sicherlich nicht der richtige Weg. Hier empfiehlt sich als erstes der Weg in die Longierhalle - sofern vorhanden - um dem Pferd die größtmögliche Sicherheit und Hilfestellung zu geben, damit es sich in Ruhe mit der Arbeit an der Longe, meiner Stimm- und Körperhilfe, auseinandersetzen kann. Erst danach erfolgt dann die Kontrolle des Trainierten auf dem offenen Reitplatz. Dem Pferd sollte eine ausreichende  Gewöhnungsphase an den Ausbinder gegeben werden. Ein Kämpfen mit dem Ausbindezügel oder ein Wegrennen von zu viel Druck sollte vermieden werden. 

 

Eine der Grundregeln ist es Ruhe zu bewahren. Da Pferde einen seitlichen Blickwinkel haben sehen sie den Longierenden permanent mit ihrem inneren Auge. Strahle ich Hektik aus wird sich das negativ auf die Arbeit des Pferdes auswirken was Konzentration, Lockerheit und Losgelassenheit angeht. Lasse ich mich nicht aus der Ruhe bringen auch wenn es mal an der Longe zieht oder losgaloppiert obwohl ich das nicht wollte kann ich überlegt auf die Aktion meines Pferdes reagieren. Stimme, Körper und auch ggf. die Bande, an der ich entlanglongieren kann, sind meine Hilfsmittel. 

 

Klappt die Kommunikation und Arbeit an der einfachen Longe, dann kann man sich an ausgefallenere Themen wagen - wenn man Spaß hat - wie z.B. der Doppellonge oder der Arbeit am langen Zügel. 

 

Uns ist wichtig zu erwähnen, dass eine ordentliche Longenarbeit viel Zeit, Ruhe und Übung erforderlich macht. Man kann nicht mal eben Longieren - wenn man es mit fundierten Kenntnissen machen möchte. Die Doppellonge oder Arbeit am langen Zügel ist nicht weniger arbeitsintensiv und verlangt mindestens so viel Feingefühl wie die Arbeit unter dem Sattel.

Aber es ist eine tolle und sinnvolle Unterstützung zum Reiten und ermöglicht uns reichlich Abwechslung in unseren Alltag mit unserem Pferd zu bringen.

 

Zur Zeit haben wir die Kontaktseite von unserer Homepage genommen, da wir beide leider keinerlei Kapazitäten haben weiteren Interessierten Unterricht zu erteilen oder Pferde in Beritt zu nehmen.

 

Wir freuen uns aber, wenn ihr Spaß habt immer mal wieder auf unserer Seite vorbei zu schauen :-) .